Ich glaube die Massai haben mich verarscht – Kenia

Kinder der Massai Kenia in der Schule


Es ist schon einige Jahre her aber durch eine Aktualisierung der Webseite Kenia Bilder wurde ich wieder auf diese Bilder aufmerksam. Bei einem Urlaub in Kenia habe ich eine Safari-Tour mitgemacht und habe meinen Guide so lange genervt, dass er uns doch noch zu einem Massai Dorf gefahren hat, obwohl es gar nicht auf seinen Plan stand. Bei den Massais angekommen, musste ich ca. 15 Minuten warten bis ich das Dorf betreten konnte. Damals machte ich mir keine Gedanken warum das so lange dauerte. Ich nahm an, dass die Stammeshäuptlinge erst mal beraten müssen ob sie uns rein lassen oder nicht. Heute vermute ich, dass man erst mal die Kinder in die “Schule” schicken musste aber dazu unten noch mehr.

Dann war es soweit. Der “Chef” der Massai war wohl irgendwie verhindert und uns begrüßte stattdessen der Medizinmann. Wir wurden in das Dorf geführt und unser Guide übersetze alles was der Medizinmann erzählte. Es folgten verschiedene Tanz-Rituale der Massai Männer und Frauen und wir durften sogar die Hütten betreten, die aus Kuhmist gebaut wurden. Erstaunlicherweise, hatte es in den Hütten gar nicht so stark nach Kuh gerochen, als ich zuerst annahm. Ich hatte auch den Eindruck, dass es das Fliegen-Problem nur außerhalb der Hütten gibt.

Massai Frau mit Kind in der Hütte aus Kuhmist

Als wir durch das Dorf durch waren, gingen wir zu einer Wellblechhütte und ich vernahm die Worte “Schule für Kinder”. Unser Guide berichtete, dass die Massais vom Staat Kenia und von irgendeiner Organisation zum Schutz der Massai, finanziell unterstützt werden wenn es um Bildung für die Kinder geht. Genaue Summen konnte ich nicht erfragen.

Komische Schule für Kinder der Massai

In der Schule angekommen, saßen da auch wirklich Kinder und ich habe mir das genau angesehen. Ich hatte schon damals ein komisches Gefühl im Bauch, weil da irgendwas nicht stimmte. Es gab weder Bücher oder Bilder, kein Anschauungsmaterial, Stifte, Papier oder andere Dinge die man in einer Schule erwartet. Es gab eine Tafel, auf der natürlich nichts stand, was vielleicht auch daran lag, dass keine Kreide da war.

Erst als ich später die Bilder noch mal angesehen habe, kam ich auf den Gedanken, dass die Schule gar keine Schule war, sondern nur ein Vorzeigeobjekt um die Fördermittel zu rechtfertigen. Deshalb mussten wir auch so lange warten um in das Dorf zu kommen. Die Kinder mussten erst mal in die Schule geschickt werden. Vielleicht liege ich mit meinen Gedanken falsch, aber Kinder in einer Schule ohne Hefte, Bücher und Stifte gibt es in meiner Vorstellung nicht. Die Kinder wirkten auf mich auch etwas orientierungslos, sie wussten nicht wirklich was sie in der Wellblechhütte machen sollten.

Nach der Schule wollten uns die Massai noch zeigen wie sie Feuer machen. Dummerweise haben es 5 Massai in einer Zeit von 30 Minuten nicht hinbekommen. Das sagte mir, dass die Massai im Feuer machen wohl keine Übung haben und vielleicht ein Feuerzeug in der Tasche haben. Das die Massai kein Feuer machen konnten hatte ich damals auf Facebook geschrieben und promt gab es irgendein Typ aus Halle, der mich dort beleidigte, wie ich sowas schreiben kann. Nun ich kann das deshalb schreiben, weil ich es selbst erlebt habe.

Massai in Kenia machen Feuer

Es ist ja völlig ok, dass die Massai versuchen ihren Mythos aufrecht zu erhalten, aber die moderne Zeit geht auch an dieser Volksgruppe nicht vorbei. Wie man Fördermittel abgreift ohne das “wirklich” zu tun für was sie gedacht sind  können sie offensichtlich schon.  Ich finde es nur sehr ungerecht den Kinder gegenüber, denn wirkliche Bildung hat noch niemandem geschadet. Touristen verarschen kratzt übrigens ganz stark am Mythos. Kann sich aber jeder sein eigenes Urteil bilden. Über diese Geschichte habe ich oft nachgedacht.

Hier gibt es noch mehr Bilder:

Die Bilder wurden damals mit einer sehr alten Casio Kamera gemacht.

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Mein Name ist Andreas und ich wohne in der Region Dresden. Ich arbeite im Online Marketing und habe es irgendwann gelernt, meine Bilder selbst zu erstellen. Da ich oft als Eventfotograf unterwegs bin, gibt es auch immer viele Bilder. Diese will ich hier zeigen und eine kleine Geschichte dazu schreiben.

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